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Der "Affe"

Selbstbildnis des Steinmetzen Adam Kraft (15. Jahrhundert)

Selbstbildnis des Steinmetzen Adam Kraft (15. Jahrhundert)

"Affe Gottes" wurde der Kunstschaffende als begnadeter Nachahmer schon in frühchristlicher Zeit genannt. Der Mensch unterscheidet sich zwar vom Tier, er ist – laut eigener Erkenntnis – als einziges Lebewesen dazu befähigt, "den Zugang zur Welt des Absoluten" zu finden. Im zoologischen System wird er aber, wie der Affe auch, den Herrentieren, den Primaten zugeordnet. Die Affen verfügen über ein stark entwickeltes Gehirn, das sie zu beachtlichen geistigen Leistungen befähigt. Die hohe Ausdrucksfähigkeit sowie die grosse Lernfähigkeit, die Nachahmungsfähigkeit, dies alles lässt uns die Bezeichnung "Affe Gottes" für den Natur und Umwelt nachäffenden Künstler verstehen.

Dass die Meister und Gesellen des Steinmetzen-, Steinhauer-, Maurer- und Steinbrecherhandwerks, die sich im Jahre 1321 in Bern zu einer Steinhauer-Bruderschaft zusammenschlossen, ihr Zunfthaus und sich selber nach dem Affen benannten, scheint nach dem oben umschriebenen kein blosser Zufall gewesen zu sein.

Für jene "Affen Gottes", die ihr Leben dem Steinhandwerk widmeten, war am Anfang schon immer "der Aff": Der unbehauene Stein. Was sich aus dem massigen Quader vom Steinmetzen zaubern lässt, kann man auch heute noch an all den wunderschönen Bauten in der Berner Altstadt und insbesondere am Münster bewundern.

Aktuelles aus der Zunft

Grosses Bott

im Zunfthaus, Kramgasse 5

vom 14. November 2018

1830 Uhr

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